Keine Bestätigung für Flüchtlingsunglück mit 400 Toten

Nach den Berichten über eine neue Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit möglicherweise Hunderten, die Rede war von 400, Opfern hat es auch heute keine offizielle Bestätigung von Hilfsorganisationen für das Unglück gegeben.

„Es ist wirklich ein Mysterium. Wir können das Unglück weder bestätigen noch dementieren“, sagte Flavio di Giacomo, der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Italien.

Bisher gebe es nur Aussagen von Überlebenden, die offenbar mit Medien gesprochen hätten. Das sei ungewöhnlich, weil Überlebende nach einem Schiffbruch gewöhnlich zunächst mit ihren Rettern sprechen würden. „Wir können nichts bestätigen, bis wir keine direkte Zeugenaussage oder irgendetwas von offiziellen Behörden haben“, sagte Di Giacomo.

Auch UNHCR weiß nichts

Auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Italien hatte bis Mittag keine neuen Erkenntnisse zu den Berichten. „Wir stehen seit gestern in Kontakt mit der italienischen, der griechischen und der ägyptischen Küstenwache, und keine der drei weiß bisher Konkretes“, sagte eine Sprecherin. „Aber das muss natürlich nichts heißen und bedeutet nicht, dass es kein Unglück gegeben hat.“

Die UNHCR-Sprecherin in Genf, Ariane Rummery, sagte, eine Mission der Behörde sei auf dem Weg zum möglichen Unglücksort, um dort weitere Informationen zu sammeln. Seit gestern gibt es unbestätigte Berichte, wonach sich im Mittelmeer eine Flüchtlingskatastrophe mit bis zu 400 Toten ereignet haben könnte. Die Menschen sollen von Ägypten aus in See gestochen sein.