Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt

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Vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ist gestern wieder einmal eine Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt. Nachdem Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) von „Verteilungsungerechtigkeit“ in der Arbeitswelt gesprochen und neue Modelle der Arbeitszeitverkürzung gefordert hatte, wandten sich Wirtschaftsvertreter unisono gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit.

„Wir haben Menschen, die vor lauter Arbeiten kaum Luft zum Atmen haben und 400.000 Arbeitslose“, gab Stöger laut einer Aussendung der AK-NÖ zu bedenken. Angesichts der hohen Zahl von Arbeitslosen brauche man neue Wege, um Arbeit gerechter zu verteilen.

Leitl fürchtet „Tag der Arbeitslosigkeit“

„Wer eine Arbeitszeitverkürzung will, riskiert, dass aus dem Tag der Arbeit ein Tag der Arbeitslosigkeit wird“, kritisierte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.

Auch die Industriellenvereinigung wandte sich entschieden dagegen: „Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist angesichts von Rekordarbeitslosigkeit, niedrigen Wachstums und gerade im Vorfeld des Tages der Arbeit eine gefährliche Drohung für Beschäftigung in Österreich“, meinte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Auch der ÖVP-Wirtschaftsbund sprach sich gegen kürzere Arbeitszeiten aus.