2015 starben 167.000 Menschen in Konfliktzonen

Durch bewaffnete Konflikte sind 2015 rund 167.000 Menschen weltweit ums Leben gekommen - und damit zwar 13.000 weniger als im Jahr davor. Wie aus einem heute veröffentlichten Bericht des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) weiter hervorgeht, gebe es aber in den großen Konflikten derzeit „wenige Zeichen, dass sie sich in Richtung Deeskalation oder Lösung“ bewegten.

„Humanitäres Desaster“

„Obwohl es weniger bewaffnete Konflikte als vor einem Jahrzehnt gibt, ist die Anzahl der Flüchtlinge und intern Vertriebenen akut (...) gestiegen“, sagte IISS-Chef John Chipman in London. Während das Institut deren Zahl 2013 mit 33 Millionen bezifferte, waren es zwei Jahre später 46 Millionen Menschen. Immer mehr Flüchtlinge suchten in Städten Zuflucht. „Eine Vertreibung in diesem Ausmaß ist ein humanitäres, politisches und wirtschaftliches Desaster“, erklärte Chipman.

Regierungen in Konfliktregionen hätten 2015 in größerem Umfang von Rebellen und Terrorgruppen besetzte Gebiete zurückerobert - etwa im Irak, in Syrien, Somalia und im Jemen. „Oft wurde das mit Hilfe von ausländischen Alliierten erreicht“, sagte Chipman. „Die russischen Luftangriffe haben es der syrischen Regierung möglich gemacht, 10.000 Quadratkilometer Land zurückzugewinnen, unter anderem Städte im Süden und Osten von Aleppo.“ Mit saudischer Hilfe habe die Regierung im Jemen fünf Provinzen zurückerobert.

Sechs große Konflikte

80 Prozent der Todesopfer seien dem IISS-Bericht zufolge in sechs großen Konflikten gestorben - in Syrien, Mittelamerika, Mexiko, Afghanistan, Nigeria und dem Irak.

Von einer Lösung seien viele Konflikte aber weit entfernt, sagte Chipman. In der Türkei habe die Anzahl der Toten durch bewaffnete Konflikte den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Auch in Afghanistan stieg die Zahl wieder dramatisch - von 3.500 Toten 2013 auf 15.000 im vergangenen Jahr.