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15 Festnahmen

Bei der dritten Demonstration gegen die von Österreich angekündigten Grenzkontrollen am Brenner ist es am Samstagnachmittag zu größeren Ausschreitungen gekommen. Mehrere der rund 500 zum Teil vermummten, großteils Linksaktivisten und Anarchisten bewarfen die italienische Polizei am Bahnhof Brenner mit bengalischen Feuern, Steinen und schossen Böller ab.

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Die Carabinieri, mit Schutzschildern ausgerüstet, mussten Schlagstöcke einsetzen, um der Lage Herr zu werden. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wurden 15 Demonstranten festgenommen, darunter drei Österreicher. Mehrere Personen wurden laut der Internetplattform Südtirol Online (Stol) verletzt. Die Bozner Quästur wollte diese Angaben gegenüber der APA nicht bestätigen.

Dichter Rauch in der Luft

Die Aktivisten waren gegen 15.00 Uhr mit einem aus Trient kommenden Zug am Bahnhof Brenner angekommen. Zunächst wurden sie von der italienischen Polizei am Bahnsteig in Empfang genommen und eingekesselt. Vorerst verhielten sich die zum Teil schwarzvermummten Linksaktivisten relativ ruhig - sie skandierten lediglich antifaschistische Parolen.

Angriffe auf die Polizei

Auf der italienischen Seite des Brenners ist es am Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Bei einer Demo gegen die geplanten Grenzkontrollen wurde die Polizei mit bengalischen Feuern attackiert.

Anschließend wurde der Demonstrationszug vor das Bahnhofsgebäude gelassen. Auch dort blieben gewalttätige Ausschreitungen zunächst aus. Die Demonstranten marschierten in Richtung südliches Ortsende, machten sich anschließend aber wieder auf den Weg retour. Dann verlagerte sich der Protestzug in Richtung österreichischer Grenze.

Plötzlich wollten die Demonstranten von der Straße abweichen und Richtung Gleise gehen. Die Polizei wollte dies verhindern und setzte Schlagstöcke gegen die aufgebrachte Menge ein, die bengalische Feuer und Böller gegen die Beamten warf. Vereinzelt lag dichter Rauch in der Luft.

Sitzstreik nach Polizeieinsatz

In Folge gelang es der Polizei die Gewalttäter in das Bahnhofsgebäude zurückzudrängen. Doch dann eskalierte die Situation erneut. Die Aktivisten warfen Steine gegen die vor dem Bahnhof postierten Beamten. Die italienische Polizei drängte schließlich die Aktivisten weiter in das Bahnhofsgebäude zurück und riegelte das Areal ab. Medien und Passanten mussten zurückweichen. Nach etwa zehn Minuten beruhigte sich die Lage wieder.

Anschließend wurden die Demonstranten von der italienischen Polizei vom Bahnhof Brenner zunächst zum Ortsende und dann weiter Richtung Süden zurückgedrängt. Die Carabinieri setzten dabei Wasserwerfer und Tränengas ein. Auf dem Weg demolierten die Demonstranten unter anderem auch ein Polizeiauto.

Laut Informationen der Tiroler Polizei soll es dann auch noch zu einem Sitzstreik gekommen sein. Am frühen Abend löste sich die Kundgebung schließlich auf. Zurück blieben teils geschockte Anwohner und Straßen übersät mit Steinen und Scherben.

Einschränkungen bei Auto- und Bahnverkehr

In Folge der Ausschreitungen musste auch die Brennerautobahn, sowie der Bahnverkehr vorübergehend gesperrt werden. Die heimische Exekutive war am Brenner mit rund 300 Beamten vertreten, da die Demonstranten jedoch nicht auf österreichische Seite vordrangen, wurden sie nicht in die gewalttätigen Ausschreitungen verwickelt.

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