NATO treibt Raketenabwehr voran

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Trotz russischer Proteste treibt die NATO den Aufbau ihres Raketenabwehrsystems in Europa voran. Heute wird in Anwesenheit von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im rumänischen Deveselu die erste von zwei Raketenabschussstationen eingeweiht.

Eine zweite Abwehrbasis entsteht im nordpolnischen Redzikowo nicht weit von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Offizieller Baubeginn ist morgen.

Russland: Schädlich und falsch

Außerdem gehören eine Radaranlage in der Türkei und vier in Südspanien stationierte US-Schiffe mit Abwehrraketen zu dem Schutzschild. Die Kommandozentrale liegt in Deutschland - auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein.

Russland kritisierte die Inbetriebnahme der Raketenbasis in Rumänien als „schädlich und falsch“. Die Anlage könne auch Marschflugkörper abfeuern und sei eine Gefahr für das strategische Gleichgewicht, sagte Michail Uljanow vom Außenministerium in Moskau.

Die Abwehrstation in Deveselu wurde von den Amerikanern im Alleingang aufgebaut und kostete 800 Millionen US-Dollar (rund 700 Mio. Euro). Auf dem NATO-Gipfel in Warschau im Juli soll sie der NATO unterstellt werden. Das „Aegis“-System kann Mittelstreckenraketen eines Angreifers außerhalb der Erdatmosphäre zerstören.