Vorhofer- und Hochner-Preis an Toth und Schnabl

Barbara Toth und Susanne Schnabl-Wunderlich sind gestern mit zwei der renommiertesten heimischen Journalismuspreise ausgezeichnet worden. „Falter“-Redakteurin Toth erhielt den Kurt-Vorhofer-Preis für Printjournalismus, ORF-„Report“-Moderatorin Schnabl-Wunderlich den Robert-Hochner-Preis für Fernsehen bzw. Radio.

Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft, appellierte bei der Preisverleihung in der Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg an Journalisten und Medien, Gräben nicht weiter aufzureißen und nicht dafür zu sorgen, dass vielleicht tatsächlich eine Spaltung in diesem Land stattfindet. Journalismus lebe von der Zuspitzung, und eine differenzierte Berichterstattung erreiche sicher nicht die Breite wie Boulevardmedien. „Wenn es um das politische Klima geht, ist das aber höchst gefährlich“, so Bauer.

„Guter Journalismus“ für Fischer „so wichtig“

Bundespräsident Heinz Fischer betonte in seiner Begrüßung, dass er den Vorhofer-Preis seit 21 Jahren aus „großer innerer Überzeugung“ begleitet habe, zunächst als Nationalratspräsident, danach als Bundespräsident. Medien könnten zwar nicht politische Linien zeichnen, sie könnten aber politische Tendenzen enorm stärken. „Daher ist guter Journalismus so wichtig“, meinte Fischer.

Jeweils mit 7.500 Euro dotiert

Kurt-Vorhofer- sowie Robert-Hochner-Preis werden von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der „Kleinen Zeitung“ und dem Energiekonzern Verbund für Printmedien bzw. elektronische Medien vergeben. Beide Auszeichnungen heben herausragende publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung hervor und sind jeweils mit 7.500 Euro dotiert. Der Vorhofer-Preis wird im Andenken an den langjährigen Leiter der Wien-Redaktion der „Kleinen Zeitung“ vergeben, der Hochner-Preis ist nach dem 2001 verstorbenen legendären ORF-Anchorman benannt.

Toth erhielt die Auszeichnung laut Jury-Begründung für das Setzen „journalistischer Glanzpunkte“ bei wichtigen politischen Themen wie etwa der Migration. „Hintergründige Analyse, gepaart mit sprachlicher Brillanz, die soziale Verantwortung immer im Blickfeld, zeichnen die Arbeiten aus. In einer oft hysterisch aufgeheizten Debatte war sie eine wohltuende Stimme journalistischer Vernunft“, so die Jury über Toth.

Wesentlicher Beitrag für Glaubwürdigkeit

Schnabl habe wiederum mit ihrem Fachwissen, ihrer Konsequenz, Unaufgeregtheit, Umsicht und Souveränität einen wesentlichen Beitrag für Glaubwürdigkeit und Stellenwert des Qualitätsjournalismus in Österreich geleistet. Aufwendige Vorbereitung auf Interviews und sorgfältiger Umgang mit der Sprache zählten laut Jury zu den journalistischen Tugenden der „Report“-Moderatorin.