Hong Kong: Gedenken an Tiananmen-Massaker

Mit einer großen Mahnwache haben Menschen in Hongkong der vor 27 Jahren in Peking blutig niedergeschlagenen Tiananmen-Proteste gedacht. Während in China jedes öffentliche Gedenken an den 4. Juni 1989 verboten ist, versammelten sich Demonstranten in der autonom regierten chinesischen Sonderverwaltungszone gestern Abend (Ortszeit) zu einer großen Andacht.

Zehntausende Besucher verwandelten den Victoria Park im Zentrum der Stadt trotz einer Unwetterwarnung in den Stunden vor der Kundgebung in ein Meer aus Kerzen.

Auch in Taiwan wurde an das brutale Vorgehen gegen die Pekinger Demokratiebewegung gedacht. Tsai Ing Wen, die neue Präsidentin der Inselrepublik, rief Peking zu demokratischen Reformen auf. Dem Land würde es internationalen Respekt einbringen, wenn es seinen Bürgern mehr „politische Rechte" einräume, schrieb Tsai Ing Wen auf ihrer Facebook-Seite.

Im Frühjahr 1989 hatten sich auf dem Platz am Tor des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) in Peking über Wochen hinweg Demonstranten versammelt und Reformen gefordert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 rollten Panzer an, und Soldaten eröffneten das Feuer.