AvW-Pleite landet vermutlich beim Steuerzahler

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Für die Pleite des Kärntner Finanzkonzerns AvW muss nun wohl doch der Steuerzahler haften, berichtet die „Presse“ gestern (Onlineausgabe). Der Schaden beträgt 148 Mio. Euro.

Im Finanzministerium habe man in den letzten Wochen einen Entwurf zur Änderung des Wertpapieraufsichtsgesetzes gebastelt, in dem die Anlegerschäden auf den Bund abgewälzt werden, so der Bericht.

Diesen Entwurf hätten bisher nur die Wirtschafts- und Arbeiterkammer zu sehen bekommen. Ein ordentliches Begutachtungsverfahren habe es nicht gegeben.

Haftungsgesellschaft kann nicht zahlen

Eigentlich müsste auch die Haftungsgesellschaft AeW jenen 12.500 Anlegern ihre Schäden ersetzen, die sie aufgrund ihrer Fehlinvestitionen in Wertpapiere der AvW-Aktiengesellschaft erlitten haben.

Doch die AeW sieht sich außerstande, diese rund 153 Mio. Euro zu bezahlen. „Sie übersteigen die Leistungsfähigkeit der AeW bei Weitem“, sagte ihr Geschäftsführer Johannes Gotsmy zur „Presse“.

„Schaden wird solidarisiert“

Dabei hat die AeW bei ihren Mitgliedern, den österreichischen Wertpapierunternehmen, 2015 schon Sonderbeiträge eingehoben. „Aber sie trifft überhaupt kein Verschulden an der AvW-Pleite“, sagt Gotsmy. Es sei gesetzlich auch nicht vorgesehen, dass sie mehr zahlen, „denn sonst wären sie selbst in ihrer Existenz gefährdet“.

Nachdem die Rechtsprechung nicht die Anleger die Verantwortung für ihre Investments tragen lassen will, bleibt nur eines: „Der Schaden wird solidarisiert“, so Gotsmy.