Festnahmen bei EM: Moskau fühlt sich „diskriminiert“

Nach der Festnahme mehrerer russischer Fußballfans bei der laufenden Europameisterschaft in Frankreich ist der französische Botschafter in das Außenministerium in Moskau einbestellt worden. Dabei sei die „Diskriminierung“ russischer Anhänger zur Sprache gekommen, erklärte das Ministerium heute. Das weitere Schüren antirussischer Ressentiments könne die Beziehungen zwischen beiden Ländern beschädigen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte zuvor die Festnahme russischer Fußballfans in Frankreich als „absolut inakzeptabel“. Sportminister Witali Mutko schloss zuvor neue Randale durch mitgereiste Fans nicht aus. „Unsere Fans werden ständig provoziert“, meinte er in Moskau gegenüber der Agentur TASS.

Vor der heute am Nachmittag gespielten EM-Partie zwischen Russland und der Slowakei waren vier Russen am Spielort Lille in Nordfrankreich von der Polizei zu Befragungen in Gewahrsam genommen worden. Zwei von ihnen hatten sich eine Schlägerei mit britischen Hooligans geliefert. Nach vorangegangenen Fankrawallen in Marseille droht Russland ein Ausschluss vom Turnier, falls es erneut zu massiver Gewalt in Stadien oder an Spielorten kommen sollte.