Affäre um rote Unterhose auf Prager Burg hat Nachspiel

Die Affäre vom September 2015, als drei tschechische Künstler auf dem Dachmast der Prager Burg aus Protest gegen Staatschef Milos Zeman eine große rote Unterhose anstatt der Präsidentenflagge gehisst haben, hat ein Nachspiel. Die verschwundene Standarte tauchte jetzt wieder auf, obwohl das Künstlertrio bisher behauptete, dass sie „offenbar weggeflogen“ sei.

Allerdings ist die Präsidentenflagge in 1.152 Stücke zerschnitten, die auf dem Prager Hauptbahnhof und weiteren Orten Tschechiens unter zufällig ausgewählte Leute verteilt werden. Die Gruppe „Ztohoven“, der die Künstler angehören, teilte das selbst im Internet mit.

Fall vor Gericht

Die Präsidentenkanzlei verurteilte die Zerschneidung der Flagge scharf. Zeman-Sprecher Jiri Ovcacek bezeichnete das als „Schweinerei“. „Jene, die es getan haben, zeigen damit nur, wer sie sind“, so der Sprecher. Die Präsidentenflagge ist als eines der Staatssymbole gesetzlich geschützt. Die Beschädigung oder Vernichtung der Standarte kann mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 Kronen (rund 370 Euro) geahndet werden.

Ab morgen wird sich ein Gericht mit dem Fall der roten Unterhose befassen. Das Künstlertrio könnte in dem Prozess wegen Ausschreitungen, Diebstahls und Sachbeschädigung bis zu drei Jahre Haft erhalten.