Warnung vor „beispielloser“ Hungersnot im Südsudan

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Weit mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Südsudan ist nach Angaben der UNO und der südsudanesischen Regierung von einer Hungersnot bedroht. Das „diesjährige Niveau von Nahrungsmittelunsicherheit“ sei „beispiellos“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Welternährungsorganisation (FAO), des Welternährungsprogramms (WFP) und des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF).

Bis zu 4,8 Millionen Menschen seien in den kommenden Monaten „mit ernsthaften Nahrungsmittelengpässen konfrontiert“. Landwirtschaftsminister Lam Akol, der sich auf UNO-Unterlagen stützte, bezeichnete Gebiete im umkämpften nördlichen Bundesstaat Unity, der über reiche Ölvorkommen verfügt, und in der Region Bahr al Ghasal als besonders betroffen.

Einstige Rivalen an der Macht

Der Südsudan hatte erst Mitte 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. In dem nordostafrikanischen Land war im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem einstigen Verbündeten und Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seitdem wurden bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Machar geführten Rebellen Zehntausende Menschen getötet.

Mehr als zwei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Mehrmals wurden unter internationalem Druck Waffenruhen vereinbart - nur um Tage oder schon Stunden später wieder gebrochen zu werden. Seit April regieren die einstigen Rivalen das Land als Folge eines Friedensabkommens gemeinsam - Kiir als Staatschef und Machar als Vizepräsident. Doch verschiedene Milizen, die weder Kiir noch Machar unterstehen, kämpfen weiter gegeneinander.