Schriftsteller Markus Werner gestorben

Der Schweizer Schriftsteller Markus Werner ist tot. Er starb am Sonntag 71-jährig, wie die S. Fischer Verlage gestern eine Meldung vom „Tages-Anzeiger“ bestätigt haben. Werner verfasste sieben Romane - allesamt von der Kritik hoch gelobt.

Seinen letzten Roman „Am Hang“ veröffentlichte er 2004. Das Kammerstück über zwei Männer mit grundverschiedenen Einstellungen zur Liebe war Werners größter Publikumserfolg. Viele - vor allem jüngere - Leser entdeckten Werners vorherige Romane erst nach „Am Hang“. Schon bald nach der Veröffentlichung des siebenten Romans hatte der Autor deutlich gemacht, dass das sein letztes Werk sei - für weitere würde ihm ein Lungenemphysem nicht genug Atem lassen.

Schriftsteller Markus Werner

AP/Ayse Yavas

Mit Verfilmung nicht glücklich

Und doch wurde Werner fast zehn Jahre nach Erscheinen des Buchs von einer jüngeren Leserschaft neu entdeckt: u. a. durch die Verfilmung von „Verdingbub“-Regisseur Markus Imboden. Werner habe die Leinwandversion von „Am Hang“ allerdings nicht gefallen, wie der Regisseur 2013 zugab. Grund war wohl, dass der Film den eigentlichen Clou des Buchs aus dramaturgischen Gründen schon relativ früh enthüllt.

Im Gegensatz zur breiten Leserschaft erkannte die Fachwelt Werners Könnerschaft gleich sofort. Für seinen ersten Roman „Zündels Abgang“ erhielt er 1984 den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung. Es folgten über ein Dutzend weitere renommierte Auszeichnungen - darunter mehrere Preise der Schweizerischen Schillerstiftung, 1999 der Hermann-Hesse-Preis, 2002 der Johann-Peter-Hebel-Preis und 2000 der Joseph-Breitbach-Preis, der höchstdotierte Literaturpreis im deutschen Sprachraum. Werners Bücher wurden bisher in 18 Sprachen übersetzt.

15 Jahre als Lehrer gearbeitet

Werner ist am 27. Dezember 1944 in Eschlikon als Sohn eines Lehrers geboren worden. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Thayngen. Werner studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Uni Zürich und promovierte 1974 mit einer Arbeit über Max Frisch. Danach arbeitete er 15 Jahre lang in Schaffhausen als Gymnasiallehrer, bevor er sich 1990 als Schriftsteller selbstständig machte.