Erneut Feuergefechte im Südsudan - mehr als 270 Tote

Angehörige einer früheren Rebellentruppe und Armeesoldaten haben sich im Südsudan erneut Feuergefechte geliefert. Die UNO-Mission im Südsudan (UNMISS) meldete heute Früh den Einsatz von Mörsergranaten und schweren Geschützen in der Umgebung eines UNMISS-Lagers in der Hauptstadt Juba.

Ein Sprecher des Vizepräsidenten und früheren Rebellenführers Riek Machar machte die Regierungsarmee verantwortlich. Am Vorabend des fünften Jahrestages der Unabhängigkeit des Südsudan hatten sich Soldaten und Angehörige von Machars früherer Rebellentruppe am Freitag heftige Gefechte geliefert, bei denen Schätzungen zufolge mehr als 150 Menschen getötet wurden. Heute wurden offiziell bereits 272 Tote gemeldet.

Die Auseinandersetzungen begannen am Freitagabend am Präsidentenpalast, als dort Präsident Salva Kiir und sein Stellvertreter Machar zu einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammenkamen. Offensichtlich lieferten sich Leibwächter von Kiir und Machar eine Schießerei, die anschließend auf andere Stadtteile übergriff.

Machtkampf kostete Zehntausenden das Leben

Der Südsudan war am 9. Juli 2011 nach einem mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Der Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte im Dezember 2013. Seitdem wurden bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Machar geführten Rebellen Zehntausende Menschen getötet.

Fast drei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben, fünf Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Seit April stehen die einstigen Rivalen nach dem Abschluss eines Friedensabkommens gemeinsam an der Spitze des Staates.