Prozess in Graz: 20 Jahre Haft für Hass-Prediger

Im Grazer Dschihadisten-Prozess ist der angeklagte Hass-Prediger zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Er soll - unter anderem in einer Wiener Moschee - junge Männer für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeworben und seinen Mitangeklagten zu Mord und Nötigung angestiftet haben. Der zweite Angeklagte, ein Tschetschene, erhielt zehn Jahre Haft, wurde vom Mord-Vorwurf allerdings freigesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

„Wie ein Popstar aufgetreten“

Mehr als vier Stunden lang hatten die Geschworenen vor den Urteilen beraten. Der Staatsanwalt, der für beide Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen gefordert hatte, sagte über den Prediger, er sei wie ein „Popstar“ aufgetreten und habe Jugendliche einer „Gehirnwäsche“ unterzogen.

Beide Angeklagten fühlten sich in keiner Weise schuldig. Der Prediger und der Staatsanwalt kündigten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Der Tschetschene erbat sich drei Tage Bedenkzeit.