Tschechien reduziert Standorte für Atommüllendlager

Tschechien hat die Zahl der möglichen Standorte für das geplante Atommüllendlager von sieben auf zwei reduziert. Beide liegen relativ nah an der österreichischen Grenze.

Wie der tschechische Industrie- und Handelsminister Jan Mladek bei einer Pressekonferenz heute erklärte, handelt es sich um die Örtlichkeit mit dem Namen Kravi Hora bei Moravecke Pavlovice (Morawetz Paulowitz) nordwestlich von Brno (Brünn) sowie um Horka im Kreis Vysocina westlich der südmährischen Stadt.

Karte von Atommüllendlagern in Tschechien

Grafik: Omniscale/OSM/ORF.at

Ab 2065 in Endlager

An den übrigen fünf möglichen Standorten wird es laut dem Minister zunächst keine geologischen Untersuchungen geben. Erst wenn sich zeige, dass Kravi Hora und Horka nicht geeignet seien, werde man zu den anderen möglichen Standorten zurückkehren, sagte Mladek.

Der radioaktive Müll wird bisher in den Zwischenlagern in den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany gelagert, ab 2065 sollte er aber in das Endlager kommen. Der Fahrplan der tschechischen Regierung sieht vor, dass bis 2018 zwei der möglichen sieben Orte in eine „Stichwahl“ kommen.

Bis 2025 sollte dann klar sein, an welchem konkreten Standort das Endlager errichtet wird. Der Beginn der entsprechenden Umweltverträglichkeitsprüfung ist für 2045 geplant. Erst 2050 sollte die erste Bauphase beginnen, sodass das Endlager 2065 in Betrieb genommen werden kann.