5,86 Mio. Euro EU-Hilfe für Österreichs Milchbauern

Österreichs Milchbauern werden weitere 5,68 Millionen Euro EU-Hilfe erhalten. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) erklärte beim EU-Agrarrat heute in Brüssel, insgesamt gebe es für die Landwirte in diesem Bereich in der Europäischen Union ein Hilfspaket von 500 Mio. Euro.

Geteilt ist die Summe in 150 Millionen für ein Anreizsystem zur Mengenrücknahme von Milch und in 350 Mio. Euro für eine Verringerung der betrieblichen Produktion. Dabei geht es beispielsweise um eine Reduktion des Viehbesatzes. Bei der Mengenrücknahme geht es darum, dass pro Liter nicht angelieferter Milch 14 Cent für die Bauern ausbezahlt werden. Dabei werde die Anlieferung im letzten Quartal des heurigen Jahres mit dem vierten Quartal 2015 verglichen. Mit einer Verdoppelung der Summe auf nationaler Ebene können die Milchbauern mit knapp zwölf Millionen Euro rechnen.

Ein Betrieb, der diese Möglichkeit in Anspruch nehmen will, muss sich über seine Molkerei anmelden. Er beantragt dann, für die nicht angelieferte Milch eine Prämie zu erhalten. Rupprechter will dabei national eine Grenze von mindestens zehn Prozent an Mengenrücknahme einziehen. Grenze nach unten gebe es formal keine, ein Betrieb könnte also auch anstatt 100 Prozent vom Vorjahr nun 60 oder auch nur noch 50 Prozent Milch erzeugen.

Rupprechter für Bundeslandwirtschaftskammer

Rupprechter (ÖVP) will zudem in den nächsten Monaten die Einrichtung einer Bundeslandwirtschaftskammer auf den Weg bringen. Das wurde bereits im Dezember 2013 im Regierungsprogramm fixiert. Nun soll im Herbst der Entwurf für eine Bundeskammer der Bauern „in die legislative Arbeit eingebracht“ werden, sagte Rupprechter im Ö1-„Mittagsjournal“.

Auf Bundesebene gibt es bisher nur die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs als Dachorganisation. Sie hat kein Durchgriffsrecht gegenüber den einzelnen Landwirtschaftskammern in den Bundesländern. Als Vorbild für die Landwirtschaftskammer bezeichnete der Politiker die Wirtschaftskammer. Rupprechter wünscht sich „eine schlanke Vertretung auf Bundesebene“.