Erdogan pocht auf Auslieferung von Erzfeind Gülen aus USA

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan untermauert seine Forderung an die USA, den dort lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Erdogan wirft dem von ihm als Erzfeind betrachteten Gülen vor, an dem gescheiterten Militärputsch von Donnerstagabend beteiligt zu sein.

„Wir haben eine wechselseitige Vereinbarung zur Auslieferung von Kriminellen“, sagte der türkische Präsident gestern dem US-Sender CNN. „Die USA sollten einen solchen Terroristen nicht behalten. Die Vereinigten Staaten müssen diese Person an die Türkei ausliefern.“ Gülen bestreitet jede Verwicklung in den Militärputsch. Er schloss seinerseits in einem Interview mit der „New York Times“ am Wochenende eine Inszenierung des Umsturzversuchs durch Erdogan nicht aus.

Vorwürfe von Repression bestritten

In dem Interview trat Erdogan auch Vorwürfen entgegen, der Umsturzversuch sei womöglich nur ein Vorwand für ein großangelegtes hartes Durchgreifen gegen politische Gegner. Der türkische Präsident sprach von verleumderischen Angriffen. „Wenn Tayyip Erdogan repressiv wäre, hätte er nicht 52 Prozent der Stimmen bei der Präsidentenwahl bekommen“, sagte er.