Lautstarker Streit rund um Trumps Nominierung

Zu Beginn des Parteitags der US-Republikaner ist vorübergehend heftiger Streit über die geplante Nominierung des Immobilienmilliardärs Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten ausgebrochen. Rund eine halbe Stunde lang lieferten einander Gegner und Anhänger Trumps gestern in Cleveland im Bundesstaat Ohio ein Gefecht mit Sprechchören.

Vor der Ankunft Trumps spielten sich in der Quicken-Loans-Basketballarena chaotische Szenen ab, wie sie der designierte Kandidat und die Parteiführung unbedingt hatten vermeiden wollen. Die lautstarken Auseinandersetzungen offenbarten die Kontroversen in der Partei über Trump.

Kontroverse über Abstimmung

Bei dem Streit ging es konkret um die Regel, die die große Mehrheit der 2.472 Delegierten beim Votum über den Kandidaten an die Ergebnisse der Vorwahlen bindet. Die Vorwahlen hatte der Quereinsteiger aus der Geschäftswelt mit klarer Mehrheit gewonnen.

Die Trump-Gegner wollten erreichen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten abstimmen dürfen. Als das abgelehnt wurde, folgte lautstarker Protest. „Schande, Schande“-Rufe ertönten, Delegierte verließen die Halle. Anhänger des Immobilienmilliardärs konterten mit den Rufen „Trump, Trump“.

Das in Teilen der Partei weiterhin verbreitete Unbehagen über Trump spiegelt sich auch im Fehlen zahlreicher Parteigranden in Cleveland wider. So glänzen etwa die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush und auch die vormaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und John McCain durch Abwesenheit.