Wortführer der Hongkonger Proteste schuldig gesprochen

In einem Prozess gegen die Wortführer der Demokratiebewegung in Hongkong hat ein Gericht den Studentenführer Joshua Wong schuldig gesprochen.

Das Gericht sah es in dem heute verkündeten Urteil als erwiesen an, dass Wong 2014 an einer „unrechtmäßigen Versammlung“ teilnahm, die den Anstoß für wochenlange Großdemonstrationen von Demokratiebefürwortern gab.

Das Strafmaß soll Mitte August verkündet werden, Wong drohen bis zu fünf Jahre Haft. Der inzwischen 19 Jahre alte Studentenführer kritisierte das Urteil als politisch motiviert.

Zwei Monate dauernde Proteste

Wong war im September 2014 mit Mitstreitern auf das Gelände eines Regierungskomplexes in Hongkong eingedrungen, um für mehr Demokratie zu demonstrieren. Der Kundgebung schlossen sich weitere Protestmärsche an. Nach einem Versuch der Polizei, die Demonstranten mit Tränengas auseinanderzutreiben, gerieten sie zeitweilig außer Kontrolle.

In den anschließenden zwei Monaten folgten zahlreiche Großdemonstrationen. Diese wurden unter dem Namen „Regenschirm-Bewegung“ bekannt, zeitweise brachte die Demokratiebewegung das öffentliche Leben in der Stadt zum Stillstand.

Gegen Kaution freigelassen

Mit Wong wurden auch die Studentenführer Alex Chow und Nathan Law schuldig gesprochen - Chow wegen Beihilfe und Law wegen Anstiftung. Die Angeklagten hätten in Kauf genommen, durch ihr Handeln die „öffentliche Ordnung zu stören“, begründete das Gericht sein Urteil. Alle drei Angeklagten wurden nach den Schuldsprüchen gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.