Anti-IS-Koalition feilt an Strategie gegen Terrormiliz

Mit rund 40 Außen- und Verteidigungsministern aus verbündeten Staaten haben die USA die künftige Strategie gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) abgestimmt.

Die US-geführte Militärkoalition kündigte gestern (Ortszeit) nach ihren Beratungen nahe Washington eine verstärkte Kraftanstrengung an, um den IS nachhaltig außer Gefecht zu setzen. Auf einer gleichzeitig tagenden Geberkonferenz stellten die Länder rund zwei Milliarden Euro für zivile Hilfe in Aussicht.

Rückeroberung von Mossul und Rakka als Ziel

Die USA sehen den IS derzeit im Irak in der militärischen Defensive und wollen ihn weiter in die Enge treiben. Beim Treffen der Verteidigungsminister der Anti-IS-Koalition auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews sei eine Strategie verabredet worden, „die dem IS jene dauerhafte Niederlage zufügen soll, die er verdient“, sagte US-Ressortchef Ashton Carter.

Kern des geplanten Vorstoßes sei es, den IS aus dessen Hochburgen im irakischen Mossul und im syrischen Rakka zu vertreiben, sagte Carter. Details nannte er nicht.

Aufstockung der Truppen

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon kündigte die Verdoppelung der Militärausbilder seines Landes für den Irak auf 500 an. Die USA wollen ihre Truppen in dem Land um rund 560 auf dann 4.600 Soldaten aufstocken.

Die USA führen den militärischen Kampf gegen den IS mit mehreren Verbündeten. Nach Angaben aus Washington verlor die Miliz seit 2014 rund die Hälfte ihres Herrschaftsgebiets im Irak und 20 bis 30 Prozent ihres Gebiets in Syrien. Binnen zwei Jahren flog die Allianz laut den Angaben rund 14.000 Luftangriffe.

„Der Kampf gegen den IS ist offenkundig noch nicht vorbei, auch wenn wir Fortschritte sehen“, sagte US-Außenminister John Kerry. Allerdings habe sich die militärische Dynamik im Irak eindeutig zu Ungunsten der Dschihadisten verändert. Kerry äußerte sich bei einem Gebertreffen von Außenministern in Washington.