Polizei muss sich nach Nizza-Attentat Untersuchung stellen

Rund eine Woche nach dem verheerenden Anschlag in Nizza lässt die französische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen. Innenminister Bernard Cazeneuve ordnete dazu heute eine Untersuchung an.

Die Generalinspektion der Polizei soll feststellen, ob die Behörden genug taten, um die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in der südfranzösischen Küstenstadt abzusichern. Cazeneuve betonte, es gehe um „Transparenz und Wahrheit“.

Nur ein Polizeiauto soll Promenade blockiert haben

Nach einem Bericht der Zeitung „Liberation“ blockierte zum Zeitpunkt des Attentats ein einziges Polizeiauto den Zugang zu dem für Kraftfahrzeuge gesperrten Teil des Strandboulevards Promenade des Anglais, auf dem sich tausende Menschen versammelt hatten, um das Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 14. Juli zu verfolgen. Die Zeitung beruft sich auf Überwachungsvideos der Polizei.

Kritiker fragen, warum der Lastwagen so leicht auf die Strandpromenade gelangen konnte. Zwischen der Regierung in Paris und der Stadtverwaltung von Nizza gibt es seit Tagen eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen. Premierminister Manuel Valls sagte bei einer Fragestunde im Parlament, die Sicherheitsmaßnahmen seien abgestimmt und von der Stadtverwaltung abgesegnet gewesen.

Fünf Verdächtige vor Richter

Fünf nach dem Anschlag Festgenommene werden nach mehrtägigem Polizeigewahrsam der Justiz vorgeführt. Sie stehen im Verdacht, vor der Tat Kontakt mit dem Angreifer Mohammed Lahouaiej Bouhlel gehabt zu haben. Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier Männer im Alter von 22 bis 40 Jahren und eine 42 Jahre alte Frau. Einer der Männer soll dem mutmaßlichen Terroristen eine Pistole beschafft haben.

Die Justiz muss nun entscheiden, ob gegen sie ein Anklageverfahren eingeleitet wird. Ein formelles Ermittlungsverfahren wollte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages eröffnen.