Verizon kauft Yahoo-Kerngeschäft

Der Internetpionier Yahoo verliert nach langer Krise seine Eigenständigkeit. Für 4,8 Milliarden Dollar (4,4 Mrd. Euro) in bar geht das Kerngeschäft an den US-Telekomkonzern Verizon, wie der Käufer heute mitteilte und damit einen Reuters-Bericht von gestern Abend bestätigte. Verizon sichert sich damit einen relativ günstigen Deal. Denn Analysten hatten den Wert der Internet- und E-Mail-Sparte von Yahoo zuletzt auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt.

Das Internet dominieren vor allem Google und Facebook. Yahoo kann dieser Übermacht nicht mehr viel entgegensetzen, obwohl Firmenchefin Marissa Mayer eine Trendwende versprochen und dafür auch viel Geld in Übernahmen investiert hatte. Die Zahlen wurden aber nicht besser. Unter dem Druck eines Milliardenverlustes hatte Mayer dann im Februar die Reißleine gezogen und den Verkauf angekündigt.

Alibaba und Yahoo Japan bleiben

Nicht abgestoßen werden die Beteiligungen an dem chinesischen Onlinehändler Alibaba und Yahoo Japan. Diese waren zuletzt viel mehr wert als das angestammte Internetgeschäft von Yahoo. Insidern zufolge hatten sich auch der Telekomkonzern AT&T sowie einige milliardenschwere Investoren für Yahoo interessiert.

Zu Verizon gehört bereits der ebenfalls gefallene Internetpionier AOL. Diesen hatte der Telekomkonzern 2015 für 4,4 Milliarden Dollar geschluckt. Internet- und Telekomdienstleistungen verschwimmen immer mehr.