Valls räumt nach Attentat auf Kirche Behördenfehler ein

Nach dem islamistischen Anschlag auf eine Kirche in Nordfrankreich hat Premierminister Manuel Valls ein „Versagen“ der Justizbehörden eingeräumt.

Dass Richter einen der beiden Attentäter mit einer elektronischen Fußfessel in den Hausarrest entlassen hätten, sei ein Fehler gewesen - „das sollten wir anerkennen“, sagte Valls der Zeitung „Le Monde“ (Freitag-Ausgabe). Die beteiligten Richter dürften aber „nicht für diesen Terroranschlag verantwortlich gemacht werden“.

Kein Geld aus Ausland für Moscheen

Trotzdem müssten die Justizbehörden ihren Umgang mit mutmaßlichen Dschihadisten ändern und künftig „von Fall zu Fall“ entscheiden, sagte Valls in dem Interview. Der Premierminister sprach sich zudem dafür aus, Moscheen zumindest für eine bestimmte Zeit zu verbieten, Geld aus dem Ausland anzunehmen. Imame sollten künftig in Frankreich ausgebildet werden.

Beide Attentäter Behörden bekannt

Seit gestern ist klar, dass beide Angreifer auf eine Kirche in Nordfrankreich den französischen Sicherheitsbehörden bekannt waren. Einer von ihnen, der 19-jährige Adel Kermiche, war wegen zwei fehlgeschlagener Syrien-Reisen in Untersuchungshaft genommen worden. Er wurde aber im März mit einer elektronischen Fußfessel in den Hausarrest entlassen.

Kermiche und der ebenfalls 19-jährige Abdel Malik Petitjean hatten am Dienstag eine Kirche in Nordfrankreich attackiert. Sie töteten einen 86 Jahre alten Priester und verletzten einen Gottesdienstbesucher schwer, bevor sie von Polizisten erschossen wurden.