Arbeitslosigkeit im Euro-Raum unverändert

Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum hat sich im Juni wie erwartet nicht verändert. Wie das Statistikamt Eurostat heute mitteilte, verharrte die Arbeitslosenrate bei 10,1 Prozent. Damit bleibt die Quote auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2011. Bankvolkswirte hatten das erwartet.

Österreich liegt mit einer Rate von 6,2 Prozent ex aequo mit Luxemburg und Polen auf Platz acht.

Weiterhin große Unterschiede zwischen Ländern

Im Euro-Raum sind laut Eurostat derzeit 16,269 Millionen Menschen ohne Arbeit. Von Mai auf Juni verringerte sich die Zahl um 37.000. Zum Vorjahresmonat waren 1,363 Millionen Menschen weniger ohne Job.

Nach wie vor bleiben die Unterschiede zwischen den Euro-Ländern gewaltig: Während die Arbeitslosenrate in Malta nur 4,0 Prozent und in Deutschland lediglich 4,2 Prozent beträgt, liegt sie in Griechenland bei 23,3 Prozent (jüngste Daten vom April) und in Spanien bei 19,9 Prozent.

Preise leicht gestiegen

Eurostat gab darüber hinaus die aktuellen Inflationszahlen bekannt. Laut diesen verteuerten Waren und Dienstleistungen im Juli zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 0,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat heute auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Im Juni waren die Preise mit einem Plus von 0,1 Prozent erstmals seit Jänner wieder gestiegen.

Deutlich zogen im Juli die Preise für unverarbeitete Lebensmittel an, die um 2,8 Prozent stiegen. Die Energiepreise sanken hingegen um 6,6 Prozent.

Weit von EZB-Ziel entfernt

Trotz des leichten Preisanstiegs bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) weit von ihrem Ziel einer Inflation von knapp zwei Prozent entfernt. Diese Rate gilt als optimal für die Wirtschaft im Euro-Raum und schafft einen Sicherheitsabstand zu einem schädlichen Preisverfall auf breiter Front.

Um das zu verhindern, fahren die Währungshüter seit Längerem schwere Geschütze auf. Der Leitzins liegt inzwischen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, und Banken müssen Strafzinsen für Gelder zahlen, die sie über Nacht bei der EZB parken.

Zudem pumpen die Währungshüter seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen Woche für Woche Milliarden in das Finanzsystem, um die Titel für Banken unattraktiver zu machen. Sie sollen stattdessen mehr Kredite vergeben. Das soll die Konjunktur antreiben und so auch zu mehr Inflation im Währungsraum führen. Seit Juni erwirbt die Notenbank zudem Firmenanleihen in großem Stil.