RZB bei Stresstest unter den Schlusslichtern

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Eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise würde die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB) kräftig durchschütteln. Die harte Kernkapitalquote der Bank würde in einem Stressszenario von 10,2 Prozent Ende 2015 auf 6,12 Prozent schrumpfen, wie der heute veröffentlichte europaweite Stresstest der EU-Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ergab.

Die Mutter der Raiffeisen Bank International (RBI) zählt damit zu den Schlusslichtern der insgesamt 51 geprüften Geldhäuser. Das zweite heimische Institut, die Erste Group, liegt hingegen im Durchschnitt. Im Stressszenario rutscht die harte Kernkapitalquote hier nur auf 8,02 von 12,25 Prozent Ende 2015 ab.

FMA nicht überrascht

Aus Sicht von Analysten werden alle Banken kritisch beäugt, deren Kapitalquote im Stressszenario unter sieben Prozent fällt. Für die Finanzmarktaufsicht (FMA) seien die Ergebnisse der RZB keine Überraschung. „Österreichs Banken brauchen mehr Eigenkapital, das haben wir immer gesagt“, sagte FMA-Chef Helmut Ettl zur Nachrichtenagentur Reuters. Der Stresstest zeige auch, dass RZB und RBI nun rasch ihren Kapitalplan abarbeiten müssten. „Der Stresstest habe das ganz klar gezeigt und trage auch zur Überzeugungsarbeit bei, er stärkt das Problembewusstsein.“

„Nicht sonderlich gut“

RZB-Chef Walter Rothensteiner räumte im Vorfeld der Stresstestveröffentlichung ein, dass sein Institut „nicht sonderlich gut“ abschneiden werde. Allerdings seien bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet oder umgesetzt worden, die das Kapitalpolster vergrößern. Dazu zählt unter anderem der laufende Konzernumbau bei der RBI.

Die jüngste Maßnahme um das Kernkapital zu stärken war die Ankündigung, die Beteiligung am Wiener Versicherer Uniqa zu reduzieren. Dieser Schritt hätte einen positiven Effekt auf die harte Kernkapitalquote der RBZ von 0,6 Prozentpunkten. Darüber hinaus prüfen RZB und RBI derzeit eine Fusion. Diese Maßnahme würde der RZB eine weitere Verbesserung der harten Kernkapitalquote von 0,4 Punkten bringen, so Ettl.