Rebellen lehnen UNO-Friedensplan für Jemen ab

Nur wenige Stunden hat die Hoffnung auf einen neuen Anlauf für Frieden im Jemen gedauert: Nachdem die Regierung einen UNO-Friedensplan zur Beendigung des Konflikts mit den Houthi-Rebellen gestern akzeptiert hatte, lehnten diese etwas später das Vorhaben ab.

Der UNO-Gesandte habe lediglich eine Lösung für Sicherheitsangelegenheiten vorgestellt, erklärte die Delegation der Rebellen in Kuwait-Stadt. Ein Friedensabkommen müsse aber zuallererst eine Einigung über einen Präsidenten und eine Regierung der nationalen Einheit vorsehen - die Rebellen fordern seit langem den Rücktritt von Staatschef Hadi.

Annullierung von Houthi-Entscheidungen

Der Friedensplan nimmt viele Forderungen der Regierung auf und verlangt unter anderem binnen 45 Tagen den Abzug der Rebellen aus den seit 2014 besetzten Gebieten, darunter der Hauptstadt Sanaa. Zudem sollen schwere Waffen an die Armee abgegeben und die Gefangenen freigelassen werden.

Die Vereinbarung sieht laut dem jemenitischen Außenminister Abdulmalek al-Michlafi ferner vor, dass alle Entscheidungen, die von den Houthi-Rebellen seit ihrer Besetzung der Hauptstadt Sanaa im September 2014 getroffen wurden, annulliert werden. Die Friedensgespräche in Kuwait sollen einen Ausweg aus dem seit Anfang 2015 andauernden Konflikt finden, in dem über 6.400 Menschen starben.