Lebenslange Haft für Londoner U-Bahn-Angreifer

Wegen eines Messerangriffs in der Londoner U-Bahn hat ein Gericht in der britischen Hauptstadt den 30-jährigen geisteskranken Angeklagten gestern zu lebenslanger Haft verurteilt. Vergangenen Monat hatten die Geschworenen den in Somalia geborenen Muhaydin Mire des versuchten Mordes für schuldig befunden.

Mire hatte am 5. Dezember 2015 im U-Bahnhof Leytonstone im Osten Londons auf den 56-jährigen Musiker Lyle Zimmerman eingestochen und ihn schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich zwei Tage nach den ersten britischen Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Der Sender Sky News berichtete seinerzeit unter Berufung auf Augenzeugen, der Angreifer habe offenbar gerufen: „Das hier ist für Syrien.“

Zusammenhang zwischen Tat und Konflikt in Syrien

Richter Nicholas Hilliard vom Old Bailey Central Criminal Court sagte, er akzeptiere, dass Mire zum Zeitpunkt des Angriffs mit einem rostigen Messer an paranoider Schizophrenie gelitten habe. Er sei aber auch überzeugt, dass ein Zusammenhang zwischen der Tat und dem Konflikt in Syrien bestehe.

Wäre die Klinge nicht vom Messergriff gefallen, hätte Zimmerman den Angriff womöglich nicht überlebt. Der Musiker hat sich mittlerweile gut von der Attacke erholt.

Inspiration durch IS wahrscheinlich

Dean Haydon, der Chef von Scotland Yards Anti-Terror-Einheit, sagte, zwar sei Mire nicht wegen Terrorakten angeklagt gewesen. Doch die Umstände der Tat und die auf seinem Handy gefundenen Bilder sowie Inhalte ließen es für möglich erscheinen, dass ihn „terroristische Propaganda“ wie die des IS inspirierten.

Mire wurde in die Hochsicherheitspsychiatrie Broadmoor eingewiesen, wo er bereits früher in Behandlung war. Er muss mindestens achteinhalb Jahre hinter Gitter absitzen, bevor er möglicherweise Anspruch auf Freilassung hat.