Erdogan wirft Westen Beihilfe zu Terrorismus vor

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Westen vorgeworfen, Terrorismus und Staatsstreiche zu unterstützen. Es stelle sich die Frage, was für eine Art von strategischer Partnerschaft die Türkei und die USA unterhielten, wenn die Regierung in Washington die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen verweigere, sagte Erdogan heute in einer Rede in seinem Palast.

Erdogan beschuldigt Gülen, den Putsch vor zwei Wochen angezettelt zu haben. Der seit 1999 in den USA im Exil lebende Gülen weist jede Verwicklung in den Umsturzversuch zurück. Erdogan dagegen sagte, ohne einen Umbau des türkischen Militärs würden Anhänger Gülens erneut versuchen, das Kommando über die Armee zu übernehmen.

Geheimdienst wird aufgespalten

Viele Einrichtungen in der Türkei werden nun von Grund auf umgebaut, so etwa der Geheimdienst MIT. Einem Bericht der Zeitung „Hürriyet“ zufolge will die türkische Führung die Spionage im Inland und im Ausland künftig voneinander trennen. Der Geheimdienst war im Zuge des Putsches in die Kritik geraten. Geheimdienstchef Hakan Fidan soll Stunden vorher über den Umsturzversuch informiert gewesen sein, Erdogan aber davon nicht in Kenntnis gesetzt haben.

Die türkische Regierung entzieht zudem den Streitkräften weitere Befugnisse. Fabriken und Werften, die bisher vom Generalstab kontrolliert worden seien, unterstünden nun der Regierung, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim.

Politiker: Weltweit gegen Gülen vorgehen

Der türkische Parlamentspräsident Ismail Kahraman rief unterdessen dazu auf, weltweit gegen Aktivitäten Gülens vorzugehen. Die Gülen-Bewegung solle dort, wo sie aktiv sei, zur Terrororganisation erklärt werden, sagte Kahraman.

Die indonesische Regierung hat die türkischen Forderungen nach einer Schließung von neun Bildungseinrichtungen im Land bereits zurückgewiesen. „Alle Schulen unterliegen indonesischen Vorschriften“, teilte das Außenministerium in Jakarta mit.