Menschenrechtler: Australien misshandelt Asylsuchende

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Menschenrechtler haben den Umgang Australiens mit Flüchtlingen scharf kritisiert. Die 1.200 in ein Internierungslager auf der Pazifikinsel Nauru gebrachten Flüchtlinge würden vernachlässigt und attackiert, berichteten heute Amnesty International und Human Rights Watch.

Sie hatten verdeckte Berichterstatter auf die Insel entsandt, wie sie mitteilten. Die Berichterstatter hätten mit 80 in dem Lager festgehaltenen Flüchtlingen gesprochen.

„Systematischer Missbrauch“

„Man kann das Ganze nur als absichtlichen und systematischen Missbrauch bezeichnen“, sagte Anna Neistat von Amnesty dem Sender ABC. Den Menschen werde oft auch in Notlagen ärztliche Hilfe verwehrt, sie erhielten wenige Informationen und seien ständigen Attacken von Einheimischen ausgesetzt. Viele seien der Verzweiflung nahe, Selbstmordversuche an der Tagesordnung.

Lager im Ausland

„Wir weisen die Vorwürfe auf das Schärfste zurück“, sagte ein Sprecher der Einwanderungsbehörde. Australien bezahlt den Pazifikstaat Nauru dafür, dass er das Internierungslager unterhält. Die Regierung habe keine Kontrolle über die Rechtsstaatlichkeit von Nauru, unterstütze die dortigen Behörden aber.

Australien unterhält dort und auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea Lager für Asylsuchende, die versuchen, per Boot nach Australien zu gelangen und auf offenem Meer abgefangen werden.