Jemen will Rebellen Zugang zu Auslandskonten versperren

Jemens Regierung will offenbar den Huthi-Rebellen den Zugang zu im Westen gelagerten Geldern versperren. Es lägen Informationen vor, wonach die Aufständischen über die von ihnen kontrollierte Zentralbank versuchten, im Ausland geparkte Reserven anzuzapfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur sabanew.net heute.

Aus Sorge um das Geld, das dem Volk gehöre, habe sich die international anerkannte Regierung daher entschlossen, Banken in Europa und den USA aufzufordern, der Zentralbank keinen Zugang zu den Geldern zu gewähren.

UNO warnt vor Hungersnot

Der Schritt könnte allerdings dazu führen, dass die Lage der Zivilisten in dem Bürgerkrieg sich noch mehr verschlechtert. Den Vereinten Nationen (UNO) zufolge droht in vielen Provinzen in dem verarmten Land eine Hungersnot.

In dem Konflikt zwischen der international anerkannten Regierung und der Huthi-Miliz sind mehr als 6.400 Menschen getötet worden, knapp die Hälfte von ihnen Zivilisten. 2,5 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Die Huthi-Rebellen haben erklärt, über die Zentralbank dringend benötigte Lebensmittel-und Medikamentenimporte zu finanzieren.

Friedenverhandlungen ausgesetzt

Die von der UNO unterstützten Friedensgespräche im Jemen wurden unterdessen bis auf Weiteres unterbrochen. Die Verhandlungen würden ausgesetzt, teilte UNO-Vermittler Ismail Ould Sheikh Ahmed mit.

Die Gespräche seien nicht gescheitert. Es gebe eine gemeinsame Grundlage, auf der man weiter aufbauen könne, sagte der mauretanische UNO-Vermittler. Die Friedensverhandlungen hatten im April in Kuwait begonnen und sollten den Bürgerkrieg im Jemen beenden.