US-Botschafter in Türkei weist Putschvorwürfe zurück

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Der US-Botschafter in der Türkei hat Spekulationen über die Verwicklung seines Landes in den Putschversuch vor drei Wochen entschieden zurückgewiesen.

John Bass sagte der englischsprachigen Zeitung „Hürriyet Daily News“ (Samstagsausgabe), er bekräftige einmal mehr, dass die US-Regierung die „illegalen Aktivitäten in der Nacht vom 15. zum 16. Juli nicht geplant, geleitet oder unterstützt“ habe. Sie habe davon auch „nicht vorher Kenntnis gehabt. Punkt“, so Bass.

Wäre das der Fall gewesen, hätten die USA die türkische Regierung umgehend informiert, fügte Bass hinzu. Der Diplomat zeigte sich „zutiefst beunruhigt und verletzt“ über die Vorwürfe gegen die USA. Sein Land wünsche eine „starke, erfolgreiche, demokratische und zuversichtliche Türkei“.

Anspielungen und konkrete Vorwürfe

Der türkische Arbeitsminister Süleyman Soylu hatte die USA bezichtigt, hinter dem gescheiterten Umsturzversuch der Armee zu stecken. Der ehemaliger Generalstabschef Ilker Basbug beschuldigte den US-Auslandsgeheimdienst CIA. Der Präsident Recep Tayyip Erdogan machte ebenfalls Anspielungen auf eine „Beteiligung von außen“.

Erdogan beschuldigt den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger, hinter dem Umsturzversuch zu stehen. Den USA wirft Erdogan vor, seinen ehemaligen Verbündeten und jetzigen Feind Gülen zu schützen und zu decken.

US-Bürger festgenommen

Unterdessen wurde ein türkischstämmiger US-Bürger in der südlichen Provinz Hatay festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz meldete, wird der 36-Jährige beschuldigt, Mitglied des Gülen-Netzwerks zu sein.