Weltbank-Belegschaft wirft Chef Führungsschwäche vor

Mitarbeiter der Weltbank haben schwere Vorwürfe an ihren Präsidenten Jim Yong Kim gerichtet. In der internationalen Finanzorganisation herrsche eine „Führungskrise“, welche die Weltbank auf längere Sicht irrelevant machen könnte, heißt es in einem offenen Brief der Mitarbeitervereinigung, welcher der AFP in Washington vorlag.

Die rund 15.000 Mitarbeiter zählende Vereinigung beklagte Intransparenz bei der Postenbesetzung, Führungsschwäche, interne Unzufriedenheit und ein Übergewicht der USA. Die Weltbank habe „Jahrzehnte der Hinterzimmer-Absprachen“ hinter sich, an deren Ende jeweils „ein männlicher Amerikaner“ zum neuen Präsidenten ernannt wurde, heißt es in dem Brief.

Amtszeit endet 2017

Die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Kim endet kommendes Jahr. Er hat bisher nicht erklärt, ob er erneut kandidieren will. Einer informellen Regelung zufolge stellen die USA den Weltbank-Präsidenten, während die Europäer den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestimmen dürfen. Kim hatte in seiner Amtszeit interne Strukturreformen umgesetzt, die bei Mitarbeitern zum Teil auf Kritik stießen.

Die jährliche Mitarbeiterbefragung habe ergeben, dass nur einem Drittel der Belegschaft klar sei, „wohin das Management uns führt“, heißt es in dem Brief. Ohne Änderungen „droht der Weltbank das reale Risiko, auf internationaler Bühne ein Anachronismus zu werden“. Die Weltbank-Führung wies die Vorwürfe auf AFP-Anfrage zurück.