Venezuela und Kolumbien wollen Grenze wieder öffnen

Die südamerikanischen Staaten Venezuela und Kolumbien wollen ihre Grenze ein Jahr nach der Schließung wieder öffnen. Ab Samstag sollen zunächst fünf Grenzübergänge für Fußgänger freigegeben werden, teilte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos gestern nach einem Treffen mit seinem venezolanischen Kollegen Nicolas Maduro mit.

Die Fußgänger dürfen die Grenzübergänge jeweils 15 Stunden am Tag passieren. Venezuela hatte die Grenze vor einem Jahr geschlossen und dafür Sicherheitsgründe angeführt. Die linksgerichtete venezolanische Regierung beschuldigte damals rechtsgerichtete kolumbianische Paramilitärs, einen Grenzposten angegriffen zu haben.

Venezuela in der Krise

In den vergangenen Wochen hatte Venezuela die Grenze bereits wiederholt kurzzeitig für Fußgänger geöffnet, um ihnen die Möglichkeit zum Einkaufen im Nachbarland zu geben. Zehntausende deckten sich bei diesen Gelegenheiten mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ein.

Venezuela durchlebt derzeit eine tiefe Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises verfügt das extrem vom Energiesektor abhängige Land nicht über genügend Devisen, um Rohstoffe und Importwaren zu zahlen.