Rom will Abfall in Österreich entsorgen lassen

Rom hofft auf die Hilfe Österreichs und Deutschlands bei der Bewältigung der Müllkrise. Die Stadt möchte Abfall in Anlagen der beiden Länder entsorgen lassen.

„Jetzt haben Österreich und Deutschland 30 Tage Zeit für eine Antwort“, sagte der für Umweltfragen zuständige Stadtrat Mauro Buschini laut Medienangaben. Präzise Angaben dazu wurden allerdings nicht gemacht.

Widerstand in Italien

Bürgermeisterin Virginia Raggi wollte den Abfall ursprünglich innerhalb Italiens entsorgen lassen. Ihre Pläne stießen auf vehemente Proteste der betroffenen Regionen. Heftigen Widerstand leistet Umbrien. Auch Gemeinden im südlichen Lazio, wo sich Deponien und Verbrennungsanlagen befinden, wollen vom Müll der Stadt nichts wissen.

Die Präsidentin der Region Umbrien, Catiuscia Marini, meinte, Roms Abfall müsse dort entsorgt werden, wo er produziert wird. Es sei unannehmbar, dass eine Region mit 900.000 Einwohnern mit dem Müll einer Großstadt von 3,5 Millionen Menschen fertig werden müsse. Die Entsorgungsanlagen in Umbrien seien auf den lokalen Bedarf ausgelegt.

Anlage überlastet

660 Kilo Müll produziert jeder Römer pro Jahr. Recycelt wird davon nach offiziellen Angaben etwa ein Viertel. Aber seit 2013 ist Roms und gleichzeitig Europas größte Deponie Malagrotta aufgrund des Drucks aus Brüssel geschlossen. Überfüllt war sie bereits Jahre davor, da sie 2007 geschlossen werden sollte, weil offene Deponien in der EU verboten sind.

Die Anlage war überlastet, täglich wurden dort 4.500 Tonnen Müll abgeladen. Der private Betreiber, der Abfallmonopolist Manlio Cerroni, hatte die städtischen und regionalen Politiker so in seine Netze eingesponnen, dass sie ihm eine lukrative Verlängerung nach der anderen zugestanden. Im Oktober 2013 war dann endgültig Schluss.