Rebellen melden syrische Stadt Manbidsch unter Kontrolle

Syrische Rebellen haben eigenen Angaben zufolge die strategisch wichtige Stadt Manbidsch an der Grenze zur Türkei vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die letzten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten die Stadt verlassen, teilten die Rebellen der Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) gestern mit. Die Stadt würde aber noch durchsucht. Über 2.000 Zivilisten, die vom IS gefangen gehalten wurden, seien befreit worden.

Offensive auf IS-Hochburg al-Rakka?

Die DFS, der auch die Kurdenmiliz YPG und arabische Kämpfer angehören, werden aus der Luft von der US-geführten Anti-IS-Allianz unterstützt. Zuvor hatte eine oppositionsnahe Gruppe bereits mitgeteilt, dass die Rebellen den IS aus Manbidsch vertrieben haben. Zuletzt hätten sich aber noch etwa 100 IS-Kämpfer dort verschanzt.

Das Gebiet um Manbidsch wurde lange Zeit vom IS als Nachschubroute für Waffen und Kämpfer genutzt. Die Rückeroberung dürfte den Weg für einen Angriff auf die IS-Hochburg al-Rakka bereiten.

Steinmeier regt Luftbrücke für Aleppo an

Die deutsche Regierung ist mit den Vereinten Nationen (UNO), den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie humanitäre Hilfe unter UNO-Aufsicht in die umkämpfte Stadt Aleppo gebracht werden könnte. Das sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier der Zeitung „Welt am Sonntag“ laut einem Vorausbericht.

Die Syrien-Kontaktgruppe habe sich bereits darauf geeinigt, dass bei der systematischen Verweigerung von humanitärer Hilfe eine Versorgung aus der Luft in Erwägung gezogen werden könne und werde das für Aleppo prüfen, kündigte Steinmeier an. „Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern.“

Die täglich katastrophaler werdende Versorgungslage in Aleppo werde auch Thema bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Montag, kündigte der Politiker an.