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Korruptionsermittler stießen auf Namen

Der Wahlkampfmanager des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, Paul Manafort, hat eine ambivalente Karriere als Lobbyist hinter sich: Zu seinen vielen früheren Auftraggebern zählte auch der ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch. So viel war bekannt. Doch nun taucht der Name Manafort offenbar in Listen auf, die dubiose Vorgänge nahelegen.

So wird Manafort einem Bericht der „New York Times“ („NYT“) zufolge nicht weniger als 22-mal in einer Liste „schwarzer Konten“ von Janukowitschs prorussischer Partei der Regionen (PR) genannt. In den geheimen Dokumenten ausgewiesen sind Zahlungen in der Höhe von insgesamt 12,7 Mio. US-Dollar (rund 11,4 Mio. Euro) an Manafort, wie das US-Blatt am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf die ukrainische Antikorruptionsbehörde berichtete.

Register direkt auf Parteizentrale

Das rund 400 Seiten lange Register stammt demnach aus der Zentrale der Partei des 2014 gestürzten Ex-Präsidenten der Ukraine. Sein Name findet sich laut „NYT“ auf handgeschriebenen Kontozetteln. Nahegelegt würden dadurch Zahlungen zwischen 2007 bis 2012. Wofür die Zahlungen waren und ob sie überhaupt geleistet wurden, war zunächst unklar.

Die Ermittler halten es für möglich, dass die Zahlungen Teil eines Systems waren, das auch Wahlbeamte miteinschloss. Die ukrainische Antikorruptionsbehörde machte den Fall laut dem Bericht jedenfalls zu einem Schwerpunkt ihrer Untersuchungen. Eine Stellungnahme Manaforts gibt es bisher noch nicht - sein Anwalt habe jedoch mitgeteilt, dass sein Klient „derartige Barzahlungen“ nicht erhalten habe.

Im Dienste von Diktatoren und Machthabern

Schon seit seiner Bestellung zu Trumps Berater wird ausführlich über den umfangreichen Kundenkreis Manaforts berichtet. So diente er neben Janukowitsch auch dem früheren philippinischen Machthaber Ferdinand Marcos als Berater. Auch einige afrikanische Langzeitherrscher und Rebellenführer erhielten in der Vergangenheit über ihn Zugang zu seinem offenbar guten Netzwerk in den USA.

Genannt werden etwa Mobutu Sese Seko, Diktator im damaligen Zaire (heurige DR Kongo) und der angolanische Rebellenführer Jonas Savimbi. Auch für den russischen Präsidenten Wladimir Putin soll Manafort gearbeitet haben. Die Journalistenorganisation Center for Public Integrity prangerte 1992 die Aktivitäten der Manafort-Firma in einem Bericht mit dem Titel „Die Lobby der Folterer“ an.

In späteren Jahren konzentrierte sich Manafort auf die Ukraine. Nach der Orangen Revolution heuerte er bei Janukowitsch an. Das US-Onlinemagazin Slate attestiert Manafort, entscheidenden Einfluss auf die ukrainische Politik genommen zu haben. Es sei auch sein Werk, dass sich das Land in die Einflusssphäre Putins begab. Manafort aber bestreitet, in der Ukraine gegen US-Interessen gearbeitet zu haben.

Pro-Russland-Aussagen sorgen für Diskussionen

So erscheint es kaum als Zufall, dass sich Trump anhaltend wohlwollend zu Russland bzw. entsprechend tendenziös zu Themen wie der Krim-Frage äußert - seit Wochen ein Thema im Wahlkampf. Nach einem Hackerangriff auf den Demokratenvorstand, hinter dem die Partei Russland vermutete, rief Trump Moskau dazu auf, nach verschwundenen E-Mails der Kandidatin Hillary Clinton zu suchen. In einem Interview sagte der Milliardär kürzlich, die Menschen auf der Krim würden lieber zu Russland gehören als zur Ukraine.

Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook reagierte mit einer Mitteilung auf den Bericht der „NYT“. „Wir haben von weiteren beunruhigenden Verbindungen zwischen Trumps Team und Pro-Kreml-Elementen in der Ukraine erfahren“, hieß es. Trump müsse Beziehungen seiner Mitarbeiter und Berater zu Russland offenlegen.

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