Syrien-Krise: Türkischer Außenminister auf Iran-Besuch

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat vor einem offiziellen Indienbesuch überraschend Zwischenstation in Teheran eingelegt und mit der iranischen Führung über den Syrien-Krieg gesprochen.

Der vorab nicht angekündigte Besuch sei „äußerst nützlich“ gewesen, sagte Cavusoglu der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu heute in Neu-Delhi. „Wir sind zur Zusammenarbeit bereit, vorausgesetzt, die territoriale Integrität Syriens bleibt erhalten“.

Auf unterschiedlichen Seiten

Der Iran und Russland unterstützen in Syrien Präsident Baschar al-Assad, die Türkei ist Teil der US-geführten Koalition gegen die IS-Terrormiliz in Syrien und fordert den Abgang Assads. Zugleich befürchtet Ankara, dass die Kurden im Norden Syriens einen eigenen Staat errichten könnten - mit entsprechenden Rückwirkungen auf den Kurdenkonflikt im eigenen Land. Die USA arbeiten mit den Kurden gegen den IS zusammen.

„Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen“, sagte Cavusoglu. Sonst drohe der Konflikt in Syrien „unlösbar“ zu werden. Aus diesem Grunde sei er auf dem Weg nach Indien in Teheran zwischengelandet. Der Iran und Russland spielten in der Region eine wichtige Rolle. Wichtig aber sei „eine konstruktive Rolle“. Andernfalls würden die Kämpfe weitergehen. „Deshalb tun wir alles, was in unseren Kräften steht, damit diese Rolle positiv ist“, sagte Cavusoglu.

Russland setzt Marschflugkörper ein

Russische Kriegsschiffe haben indes Marschflugkörper vom Mittelmeer aus auf Stellungen syrischer Rebellen abgefeuert. Ziel der Angriffe sei die radikalislamistische Al-Nusra-Front gewesen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Am Mittwoch hatten Jagdbomber nach Ministeriumsangaben zwei Führungsstellen des radikalislamischen Islamischen Staates (IS) zerstört.