Tote bei schwerem Erdbeben in Italien

Bei einem schweren Erdbeben in Zentralitalien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa heute unter Berufung auf die Polizei. Laut Staatsfernsehen RAI wurden zwei Todesopfer in der kleinen Berggemeinde Arquata del Tronto in der mittelitalienischen Region Marke bestätigt.
Der Bürgermeister des Ortes Accumoli sprach zudem von vier Toten. Auch mehrere einstürze soll es gegeben haben.

Das Beben um etwa 3.30 Uhr hatte nach Angaben des deutschen Geophysischen Instituts in Potsdam eine Stärke von 6,1 und lag in zehn Kilometern Tiefe. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach von 6,2, das Zentrum liege südlich der Stadt Norcia. Das genaue Zentrum lag laut Nachrichtenagentur Ansa bei Accumoli.

„Alles ist kaputt“

Mehrere Verletzte gab es in der Kleinstadt Amatrice, die knapp 140 Kilometer nordöstlich von Rom in der Provinz Rieti liegt. Das Gebiet der Gemeinde mit 2.500 Einwohnern gehört zum Naturschutzpark des Apennin-Massivs Gran Sasso. Der Bürgermeister sagte dem Nachrichtensender RaiNews24: "Die Hälfte des Ortes gibt es nicht mehr. Die Menschen sind unter den Trümmern." Straßen seien blockiert, der Strom sei ausgefallen. Er forderte Hilfe per Hubschrauber. Ein Einwohner sagte dem Sender: "Alles ist kaputt."

Erinnerungen an 2009

Das Erdbeben sei mit jenem des Jahres 2009 vergleichbar, das die Abruzzen-Hauptstadt L’Aquila zerstört und über 300 Todesopfer gefordert hatte, berichtete Italiens Zivilschutzchef Fabrizio Curcio. Damals ereignete sich das Erdbeben in der Stadt L’Aquila, diesmal lag das Epizentrum in einem Berggebiet nördlich von Rom, das weniger bevölkert sei, berichtete Curcio.

Assisi unversehrt

Keine Sachschäden wurden in Assisi gemeldet. Die Basiliken des Heiligen Franziskus, die bei schweren Erdbeben im Herbst und Winter 1997/1998 beschädigt worden waren, seien unversehrt, sagte Pater Enzo Fortunato, Sprecher der Franziskaner-Gemeinde von Assisi. Das Erdbeben habe die ganze Franziskaner-Gemeinde geweckt. Kontrollen ergaben, dass die Basiliken von den Erdstößen nicht beschädigt worden seien.

Die Basilika in Assisi ist wegen der Fresken Giottos und seiner Schüler bekannt. Bei den schweren Erdbeben im Zeitraum 1997/98 war der obere Teil der Doppel-Kirche mit den weltberühmten Fresken des Malers Giotto schwer beschädigt worden.