30.000 Kurden bei Großdemo in Köln

Knapp 30.000 Kurden haben heute in Köln für die Freilassung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan und gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ist in der EU als Terrororganisation eingestuft und in Deutschland verboten.

Demo in Köln

APA/dpa/Henning Kaiser

Die Redner der Kundgebung vertraten aber den Standpunkt, nur unter Beteiligung der PKK und Öcalans könne eine Friedenslösung mit der Türkei gefunden werden.

PKK-Symbole verboten

Viele Demonstranten schwenkten Fahnen mit Öcalans Bildnis, auch auf der Bühne hing ein großes Bild von ihm. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies sagte der Nachrichtenagentur dpa, Symbole der PKK dürften aber nicht gezeigt werden. Mehr als 1.000 Polizisten waren im Einsatz. Vor fünf Wochen hatten an gleicher Stelle mehrere zehntausend Erdogan-Anhänger demonstriert.

Bis zum frühen Nachmittag verlief einer Polizeisprecherin zufolge rund um die Kundgebung auf der Deutzer Werft alles ruhig. Ursprünglich war ein internationales kurdisches Kulturfestival im Kölner Stadion geplant, das aber wegen Sicherheitsbedenken abgesagt wurde.

Kritik aus türkischer Regierungspartei

Die Kölner Demonstration wurde von der Vereinigung Nav-Dem mitorganisiert. Sie wird vom deutschen Verfassungsschutz als Dachorganisation von PKK-nahen Gruppen eingestuft. Nav-Dem-Sprecherin Ayten Kaplan sagte, wer auf die Anschläge der PKK in der Türkei verweise, müsse auch sehen, dass die Türkei kurdische Städte belagere und zerstöre, Menschen vertreibe, inhaftiere und töte.

Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu warf deutschen Medienmachern und Politikern mit Blick auf die Kurden-Demo in Köln eine Doppelmoral vor. Die gleichen Leute, die die AKP-nahe Kundgebung in Köln Ende Juli kritisiert hätten, seien jetzt „vor der Demo einer Terrororganisation in derselben Stadt plötzlich verstummt“, sagte Yeneroglu.