G-20-Gipfel endet ohne Ansätze für Syrien-Krise

Der Gipfel der wichtigen Wirtschaftsmächte ist heute im ostchinesischen Hangzhou mit der Annahme des Kommuniques zu Ende gegangen. In der Abschlusserklärung setzen sich die Staats- und Regierungschefs der Industrie- und Schwellenländer (G-20) mit einem Aktionspaket für die Ankurbelung der schwachen Weltwirtschaft ein.

Lediglich schwache Signale

Barack Obama und Wladimir Putin gelang es am Rande des Gipfels in China nicht, ihre Differenzen als Schutzmächte der syrischen Kriegsgegner zu überwinden. Putin erklärte nach dem Abschluss des Gipfels jedoch, man sei „auf dem richtigen Weg“ in Bezug auf Syrien. Die Gespräche mit den USA und der Türkei würden fortgesetzt. Er sei bereit zu gemeinsamen Initiativen zur Verbesserung der Lage in dem Bürgerkriegsland, fügte Putin hinzu.

Die G-20 wirbt für mehr Solidarität in der Flüchtlingskrise und verstärkte Anstrengungen im Klimaschutz. Zur Lösung der großen Konflikte in Syrien und der Ukraine gab es in den Gesprächen am Rande keinen Durchbruch. Klimaschützer und Entwicklungsorganisationen übten scharfe Kritik an den mageren Ergebnissen des Treffens in Hangzhou.

Mehr als 50 Tote bei Anschlagsserie

Erst heute kamen bei einer Anschlagsserie im Kernland von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mehr als 50 Menschen ums Leben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte laut ihrem Sprachrohr Amak die Anschläge für sich. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, starben bei zwei Explosionen an einer Brücke in der regimetreuen Hafenstadt Tartus am Mittelmeer mindestens 38 Menschen, unter ihnen mindestens 16 Soldaten oder Kämpfer regierungsnaher Milizen. Mindestens 40 weitere Personen seien verletzt worden.

Tartus ist eine Hochburg der religiösen Minderheit der Alawiten, zu der auch Staatschef Assad gehört. Bei weiteren Explosionen in Hasaka, Homs und westlich der Hauptstadt Damaskus starben zudem mindestens 15 Menschen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von insgesamt 40 toten Zivilisten.