Verwirrung um Norbert Hofers Besuch in Prag

Am Montag wird FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer den tschechischen Präsidenten Milos Zeman in Prag treffen. Während Hofer die Reise laut FPÖ-Angaben als Dritter Nationalratspräsident unternimmt, stellte man das in der Parlamentsdirektion in Abrede. Zemans Sprecher wiederum sprach von Hofer als interimistischem Staatsoberhaupt.

„Es ist nächste Woche ein Treffen des Herrn Präsidenten mit Herrn Nobert Hofer geplant, der jetzt schon Mitglied der kollektiven Leitung der Republik Österreich ist“, zitierte das Nachrichtenportal Parlamentnilisty.cz gestern Abend Zeman-Sprecher Jiri Ovacek.

„Freundschaftsbesuch“ zum „Plaudern“

Es handle sich um einen „Freundschaftsbesuch“, man werde „plaudern“ und „sich kennenlernen“, sagte hingegen Hofers Sprecher Martin Glier. Das Gespräch mit dem für seinen Populismus bekannten Zeman finde in Hofers Funktion als Dritter Nationalratspräsident statt, nicht als interimistisches Staatsoberhaupt. „Hier gibt es ja die Übereinkunft, dass keine repräsentativen Funktionen wahrgenommen werden“, so Glier.

Das bestätigte auch der tschechische Botschafter in Wien, Jan Sechter. Hofer werde als Dritter Nationalratspräsident empfangen. In der Parlamentsdirektion weiß man allerdings nichts von einer Auslandsreise des Dritten Nationalratspräsidenten. „Die Reise ist weder mit dem Parlament akkordiert noch wird sie vom Parlament bezahlt“, heißt es dort.

Auch der internationale Dienst des Parlaments, der Auslandsaufenthalte stets mitorganisiere, sei nicht informiert. Somit könne Hofer lediglich als „FPÖ-Politiker“ oder „Privatperson“ nach Prag reisen.