WikiLeaks-Informantin Manning im Hungerstreik

Die inhaftierte WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning ist in einen Hungerstreik getreten. Sie demonstriere damit gegen die Weigerung der US-Armee, ihr im Zuge ihrer Geschlechtsumwandlung Hilfe zukommen zu lassen, erklärten gestern ihre Sprecher.

Chelsea Manning

Reuters

Die als Mann unter dem Namen Bradley Manning bekanntgewordene Informantin hatte während ihrer Stationierung im Irak Hunderttausende Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstoßen.

35 Jahre Haft

Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, im August 2013 wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. Sie sitzt im Männer-Militärgefängnis Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas in Haft und beging dort Berichten zufolge im Juli einen Suizidversuch.

„Ich brauche Hilfe“, schrieb Manning nun in der Ankündigung ihres Hungerstreiks. „Ich habe seit sechs Jahren und in fünf unterschiedlichen Haftanstalten immer wieder um Hilfe gebeten. Meine Bitte wurde vom Gefängnis, vom Militär und dieser Administration ignoriert, aufgeschoben, lächerlich gemacht, mit Kleinigkeiten und Lippenbekenntnissen abgespeist.“

Kurze Haare sind Pflicht

Manning hatte nach ihrer Verurteilung angekündigt, sich ab sofort Chelsea zu nennen und als Frau leben zu wollen. Sie erhielt die Erlaubnis, ihren Namen offiziell zu ändern und sich einer Hormontherapie zur Geschlechtsumwandlung zu unterziehen. In Fort Leavenworth muss sie gemäß der für die männlichen Häftlinge geltenden Bestimmungen aber weiterhin ihre Haare kurz tragen. Darüber führt sie einen Rechtsstreit mit der Regierung.