Britischer Ex-Premier Cameron gibt Parlamentssitz auf

Nach der Niederlage beim „Brexit“-Referendum gibt Ex-Premierminister David Cameron überraschend auch seinen Sitz im britischen Parlament auf. Seine Entscheidung gelte mit sofortiger Wirkung, sagte Cameron gestern. Er wolle nicht von der Politik der neuen Premierministerin Theresa May ablenken.

Cameron war kurz nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU zurückgetreten, hatte aber vorerst erklärt, seinen Wahlkreis in Oxfordshire bis zu den nächsten Wahlen 2020 vertreten zu wollen.

Kein „normaler Hinterbänkler“

„Es ist nicht möglich, als ehemaliger Premierminister ein normaler Hinterbänkler zu sein“, sagte Cameron, der von 2010 bis Mitte Juli Chef in Downing Street 10 war, nun. Seine weitere Anwesenheit im Unterhaus würde von der Politik der neuen Regierung ablenken. Jetzt müsse er sich ein „Leben außerhalb von Westminister aufbauen“, meinte Cameron.

Er hatte sich jahrelang für das historische EU-Referendum am 23. Juni eingesetzt und für den Verbleib Großbritanniens in der Gemeinschaft gekämpft. Die Entscheidung der Briten zum Austritt gilt daher auch als seine persönliche Niederlage.