Fed-Direktorin warnt vor zu früher Zinserhöhung

US-Notenbankdirektorin Lael Brainard hat vor einem zu frühen Ende der lockeren Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft gewarnt. Anders als viele Experten meinten, könnte der Arbeitsmarkt die Vollbeschäftigung noch nicht erreicht haben, sagte sie gestern. Daher erscheine eine Straffung der Geldpolitik weniger zwingend.

Auch bleibe der Druck auf die Inflation durch die Erholung des Arbeitsmarktes aus. Die Hoffnung der Federal Reserve (Fed), dass über höhere Löhne auch die Preise steigen, blieb bisher aus. Brainard gehört zu den Notenbankern, die einer Zinserhöhung von jeher zögerlich gegenüberstehen. Zur nächsten Zinsentscheidung der Fed Mitte nächster Woche äußerte sie sich nicht. Zuletzt wurden die Stimmen aus der Fed für ein Anziehen der Zinsen jedoch lauter. Der Zeitpunkt blieb allerdings offen.

Experten sehen Zinserhöhung frühestens im Dezember

Experten gehen davon aus, dass Fed-Chefin Janet Yellen auf der Sitzung am 21. September noch stillhält und frühestens im Dezember - nach der Präsidentschaftswahl - die Zinsen erhöhen wird. Im Dezember 2015 hatte sie erstmals seit fast zehn Jahren den Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld wieder angehoben. Seitdem liegt er in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.