Syrer warten trotz Feuerpause weiter auf Hilfskonvois

Trotz einer Waffenruhe warten Hunderttaussende notleidende Menschen im Bürgerkriegsland Syrien weiter auf humanitäre Hilfe. Auch am zweiten Tag der Feuerpause gelangten vorerst keine Hilfskonvois in belagerte Gebiete.

Lage weitgehend ruhig

Die Lage im Land blieb jedoch größtenteils ruhig. Aktivisten meldeten heute nur einzelne Verstöße gegen die Waffenruhe. Die ersten 36 Stunden der am Montagabend in Kraft getretenen Feuerpause seien „sehr positiv“ gewesen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien.

UNO wartet noch ab

Die USA als Unterstützer der Opposition und Russland als Verbündeter des Regimes hatten sich in der vergangenen Woche auf die Waffenruhe geeinigt. Sie soll unter anderem Hilfslieferungen für Hunderttausende notleidende Menschen in belagerten Gebieten des Krisenlandes ermöglichen.

Die UNO-Nothilfeorganisation OCHA hatte tags davor mitgeteilt, Transporte stünden bereit, es gebe aber noch kein grünes Licht, weil die Modalitäten der Lieferungen noch nicht geklärt seien.

Nach den Worten von UNO-Sondervermittler Staffan de Mistura warten die Helfer, dass die syrische Regierung die Hilfslieferungen genehmigt. Die Regierung sei gebeten worden, die Hilfe schneller zu bewilligen.

Nach UNO-Angaben sind mehr als 600.000 Zivilisten teils seit Jahren von der Außenwelt abgeschnitten und grauenhaften Bedingungen ausgesetzt. Die meisten Gebiete werden vom Regime belagert.