Erdogan: Türkei will „Sicherheitszone“ in Nordsyrien

Die Türkei will nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei ihrem Militäreinsatz in Syrien eine 5.000 Quadratkilometer große „Sicherheitszone“ schaffen.

Bisher hätten die türkischen Truppen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein 900 Quadratkilometer großes Gebiet „von Terroristen gesäubert“, sagte Erdogan heute im türkischen Fernsehen. Nach der Eroberung von Dscharabulus und al-Rai würden die türkischen Soldaten nun Richtung al-Bab weiter südlich vorrücken.

Die Türkei hatte Ende August mit eigenen Soldaten in den Syrien-Konflikt eingegriffen. Die Offensive „Schutzschild Euphrat“ richtet sich neben dem IS auch gegen die mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbündeten kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Ankara will die YPG-Miliz daran hindern, weitere Gebiete an der türkischen Grenze unter ihre Kontrolle zu bringen.

Hilfsgüter für notleidende Syrer in drei Rebellengebieten

Nach langem Warten erhalten notleidende Menschen in drei syrischen Rebellengebieten Hilfe von außen. Lastwagen mit Hilfsgütern seien auf dem Weg in die zentralsyrische Stadt Talbisa und den nordsyrischen Ort Orem al-Kubra, sagte der Sprecher der UNO-Nothilfeorganisation (OCHA), David Swanson. Es handle sich um gemeinsame Konvois mehrerer Hilfsorganisationen.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete zudem, Lastwagen mit Hilfsgütern hätten den Ort Muadamija al-Scham südlich der Hauptstadt Damaskus erreicht. Dabei handelt es sich um einen Transport der Hilfsorganisation Syrischer Roter Halbmond.

Aleppo weiter abgeschnitten

40 Lastwagen mit UNO-Hilfsgütern an der Grenze zur Türkei müssten hingegen weiter warten, so Swanson weiter. Sie sollen notleidende Menschen in den belagerten Rebellengebieten der nordsyrischen Großstadt Aleppo versorgen. UNO-Syrienvermittler Staffan de Mistura hatte in der vergangenen Woche erklärt, bisher hätten die Lastwagen von der syrischen Regierung kein grünes Licht bekommen.

Armee lässt Waffenruhe auslaufen

Die syrische Armee ließ unterdessen ihre einwöchige Waffenruhe aus. Eine Verlängerung des am 12. September ausgerufenen „Regimes der Ruhe“ lag heute nicht vor. Es war in Kraft getreten, nachdem sich die USA und Russland auf eine Feuerpause verständigt hatten.

Die Regierung in Damaskus und die Rebellen haben einander in den vergangenen Tagen vorgeworfen, die Waffenruhe zu brechen.

Syrische Soldaten bei US-Luftangriff getötet

Zudem wurde diese von einem US-Luftangriff belastet, bei dem Dutzende syrische Soldaten ums Leben kamen. Die Feuerpause galt als Chance zur Versorgung der Bevölkerung und für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden.

Bereits zuvor hatte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien vermeldet, dass es zum ersten Mal seit einer Woche wieder Luftangriffe auf den von Rebellen kontrollierten Ostteil der nordsyrischen Stadt Aleppo gegeben habe.