FPÖ lehnt neues Fairnessabkommen für Hofburg-Wahl ab

Die FPÖ sieht in den Vorschlägen des Teams von Bundespräsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen hinsichtlich eines neuen Fairnessabkommens eine „Themaverfehlung“. Das „Sammelsurium an Forderungen“ lasse „über weite Teile den Anspruch auf Ernsthaftigkeit vermissen“, sagte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, der für den blauen Kandidaten Norbert Hofer die Kampagne leitet.

Man habe im Team Van der Bellen „bedauerlicherweise offenbar nicht verstanden, was der Begriff einer Wahlkampfauszeit bedeuten kann und soll“, sagte Kickl heute via Aussendung zu den von Van-der-Bellen-Manager Lothar Lockl zuvor präsentierten Vorschlägen. „Das Ganze scheint vom Team VdB daher klar so angelegt, dass unterm Strich keine Vereinbarung zustande kommen soll. Ich bedaure das sehr.“

Keine neuen Plakate, keine Werbespots

Die FPÖ werde ihren Wahlkampf in den kommenden Wochen jedenfalls „wie angekündigt auf Standby-Modus herunterfahren, egal, was das Team VdB macht“. Es werde „von der Stückzahl her im kommenden Wahlkampf keine zusätzlichen Plakatflächen im Vergleich zur bisherigen Plakatdichte geben“, so Kickl. Die alten Plakate will die FPÖ aber soweit möglich hängen lassen.

Zurückschalten will die FPÖ auch im Bereich der Inserate: Hier beabsichtige die Partei, „keine im Zusammenhang mit der Bundespräsidentenwahl stehenden Sujets in Tageszeitungen bis etwa zweieinhalb Wochen vor der Wahl“ zu schalten. Die FPÖ verzichtet überdies völlig auf TV- und Radiospots, so Kickl. Zurückfahren will die FPÖ auch andere Wahlkampfaktivitäten: Bis fünf Wochen vor der Wahl werde man keine Wahlkampfgroßkundgebungen abhalten, so Kickl.

Fairnessabkommen, aber keine Wahlkampfpause

Das Team von Bundespräsidentschaftskandidat Van der Bellen hatte ein neues drei Punkte umfassendes Fairnessabkommen für den restlichen Wahlkampf vorgeschlagen. Neben den Plakaten soll das auch die Punkte Fairness (v. a. in der Wortwahl) und den Schutz der Grundrechte enthalten, sagte Wahlkampfmanager Lockl.

Verzichten will Van der Bellens Team bis zur Intensivwahlkampfphase fünf Wochen vor dem Wahltermin am 4. Dezember auf Plakate - und eventuell auch auf Inserate. Die derzeit aufgehängten Plakate sollen abgenommen werden. In Wien sei der Abbau der Dreiecksständer bereits im Gange. Weitergehen sollen hingegen die sonstigen Wahlkampfauftritte: „Van der Bellen wird sehr viel unterwegs sein“, sagte sein Wahlkampfmanager. „Es gibt keinen Grund für eine Pause.“