EU für Prüfung von Bosniens Beitrittsantrag

Bosnien-Herzegowina hat eine wichtige Hürde in der Annäherung an die Europäische Union genommen. Die EU-Außen- und -Europaminister nahmen heute in Brüssel das bosnische Beitrittsgesuch an. Damit wird auf technischer Ebene der Beitrittsprozess gestartet. Die EU demonstriere damit ihre Glaubwürdigkeit beim Beitrittsprozess, sagte der slowakische Außenamtsstaatssekretär Ivan Korcok: „Das ist ein guter Tag für uns.“

Am Anfang des Prozesses steht ein Katalog von rund 1.200 Fragen („Aquis“), deren Beantwortung durch Bosnien-Herzegowina die Basis für die Prüfung bildet. Bis der Fragenkatalog beantwortet ist, würden voraussichtlich ein, zwei Jahre vergehen, hieß es in EU-Ratskreisen. Erst danach beginnt die Prüfung, ob dem Land der Status eines Beitrittskandidaten verliehen werden könnte.

Angesprochen auf das umstrittene Referendum, das am Sonntag im serbischen Landesteil Bosniens, der Republika Srpska, geplant ist, sagte Korcok: „Wir hoffen, dass Bosnien genau weiß, was getan werden muss, um weitere Schritte zu machen.“ Die bosnischen Serben wollen per Referendum über einen eigenen Nationalfeiertag entscheiden, was auch als Versuchsballon für mögliche Abspaltungsversuche gilt.