Flüchtlinge kehren nach Brand in Lager auf Lesbos zurück

Nach dem Brand in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos sind Hunderte geflohene Bewohner in die verwüstete Containersiedlung zurückgekehrt. Im von den Flammen verschonten Teil des Lagers Moria bildeten sich lange Schlangen vor der Essensausgabe. Aus den umliegenden Hügeln strömten Menschen, die am Vorabend vor den Flammen geflohen waren. Neun Lagerbewohner wurden wegen des Feuers festgenommen.

Während eines Streits unter Bewohnern des überfüllten Lagers waren gestern Einrichtungen in Brand gesetzt worden. Das Feuer breitete sich rasch aus, nach Polizeiangaben gingen 60 Wohncontainer, 100 Zelte und drei Großcontainer mit Verwaltungseinrichtungen in Flammen auf. Die 5.000 Bewohner des Lagers ergriffen die Flucht. Verletzt wurde niemand. Das Lager soll nach Regierungsangaben so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden. Familien sollen so lange in einem anderen Lager auf Lesbos untergebracht werden.

Hilfsorganisationen fordern Entlastung

Wegen der gewaltsamen Zusammenstöße, in deren Verlauf das Lager in Brand gesetzt wurde, wurden neun Bewohner festgenommen. Die Unruhen hatten zunächst offenbar durch einen Streit zwischen Afghanen und Afrikanern begonnen. 40 zusätzliche Bereitschaftspolizisten wurden heute nach Lesbos entsandt.

Die Gewalt und die Brandstiftung in Moria kämen „nicht überraschend“, sagte Roland Schönbauer vom UNHCR. Die auf den griechischen Ägäis-Inseln ausharrenden Flüchtlinge müssten rasch ans Festland gebracht werden. Das Lager Moria ist eigentlich für 3.500 Bewohner ausgelegt, bis zu dem Brand lebten dort jedoch 5.000 Menschen unter beengten Verhältnissen.