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Pitt gegen Jolie, das ist Brutalität

Keine 24 Stunden nach Bekanntwerden des Bruchs zwischen den verheirateten Hollywood-Stars Angelina Jolie und Brad Pitt hat der schmutzige Scheidungskrieg begonnen, den laut offiziellen Aussagen weder sie noch er wollen. Wie bei Scheidungen abseits von Glamour und Millionengagen geht es offenbar um das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder - und Untergriffe, um es zugesprochen zu bekommen.

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Jolie reichte die Scheidung laut ihrem Anwalt zum Wohl der gesamten Familie ein und ließ bitten, ihre Privatsphäre zu achten. Ähnlich Pitt: In einem Statement gegenüber dem Nachrichtensender CNN hieß es, er sei „sehr traurig, aber was nun am meisten zählt, ist das Wohl unserer Kinder“. Er bitte die Presse höflichst, ihnen „in dieser schwierigen Zeit den Raum zu geben, den sie verdienen“. Abseits dieser für die Öffentlichkeit gedachten Statements dürfte der Tonfall jedoch ein ganz anderer sein.

Vorwurf: Drogen, Alkohol und Aggression

Das Schlachtfeld, auf dem die beiden - wie unzählige andere Stars zuvor, die sich in die Haare geraten - ihren Konflikt austragen, ist vor allem die bekannte US-Klatschwebsite TMZ.com. Die verfügt trotz ihres marktschreierischen Auftritts über unbestritten gute Kontakte zur US-Prominenz und wusste etwa 2009 als einziges Medium vom Tod von Popsänger Michael Jackson. Auf der Website serviert nun das „Umfeld“ von Jolie und Pitt die Bewaffnung für eine offenbar bevorstehende Kampfscheidung.

Eingereichte Scheidungsunterlagen von Angelina Jolie

Reuters/Piya Sinha Roy

Die von Jolie eingereichte Scheidungsklage

Pitt habe ein Aggressionsproblem, heißt es da aus Jolies Eck. Wenn er unter dem Einfluss von Alkohol und Marihuana stehe, seien nicht einmal die sechs Kinder, drei leibliche und drei adoptierte, sicher. Sie sei diejenige, die die Kinder in Gefahr bringe, wird von Pitts Seite gekontert - konkret deren Psyche, indem sie den ganzen Konflikt mit all seinen Beteiligten ans Licht der Öffentlichkeit zerre und bewusst „verbrannte Erde“ hinterlassen wolle, um zu bekommen, was sie wolle: das alleinige Sorgerecht.

Vergeblicher Vernunftappell von Pitt?

Laut der Klatschwebsite verhandelten Pitt und Jolie schon länger über die Modalitäten einer Trennung. Pitt soll dabei vergeblich an Jolie appelliert haben, „wie Erwachsene miteinander umzugehen“. Unklar ist, ob sie ihn mit der nun eingebrachten Scheidungsklage wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ überraschte und sich so taktische Vorteile verschaffen wollte oder ob der Entschluss, die Obsorgefrage vor Gericht klären zu lassen, ein gemeinsamer war.

Brad Pitt und Marion Cotillard beim Dreh des Films "Five Seconds of Silence"

AP/Star Max 2

Pitt und Cotillard bei den Dreharbeiten zu „Allied“

Jolie will dem Vernehmen nach das alleinige Sorgerecht und Pitt nur ein Besuchsrecht zugestehen - naheliegenderweise, wird von seinem Freundeskreis gekontert: Sie sei in keiner Hinsicht je zu Kooperation fähig gewesen. Einig sind sich die jeweiligen „Umfelder“ allerdings darin, dass eine kolportierte Untreue seinerseits keine Rolle spiele. Medien wollten wissen, dass Pitt und die Schauspielerin Marion Cotillard bei den Dreharbeiten zum Film „Allied - Vertraute Fremde“ einander zu nahe gekommen seien.

Pitt will offenbar für Sorgerecht kämpfen

TMZ berichtete am Mittwoch unterdessen, Pitt nehme nicht hin, dass Jolie das alleinige Sorgerecht beansprucht und ihm nur ein Besuchsrecht gewähren will. Jolie träume, wenn sie denke, dass sie Pitt die Kinder wegnehmen könne, zitierte das Portal das Umfeld des Schauspielers. Das werde „nicht passieren“. Der 52-Jährige wolle hart für ein gemeinsames Sorgerecht kämpfen.

Damit zeichne sich ab, dass das Sorgerecht zum Kernpunkt des Scheidungsverfahrens werde, schrieb TMZ. Dieses Thema berge das Potenzial eines „heftigen juristischen Streits“. Zugleich zitierte die Website jedoch aus dem Umfeld Pitts, dieser halte Jolie für eine „großartige Mutter“ und wolle ihr durch die Scheidung keinen Schaden zufügen.

Ehe-Aus wie aus dem Drehbuch

Dass es bei Dreharbeiten zu Affären kommen kann, wissen Pitt und Jolie nur zu gut selbst: Sie wurden am Set von „Mr. & Mrs. Smith“ 2004 ein Paar, als Pitt noch mit Schauspielerin Jennifer Aniston verheiratet war. Damals schrieb ihnen das Drehbuch vor, als Auftragskillerpaar nach außen hin stets höflich und liebevoll miteinander umzugehen, in Wahrheit aber den Mord am jeweils anderen zu planen.

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